Jedes Jahr sterben Hunderttausende Meerestiere infolge von Verschmutzung der Ozeane, wobei ausrangierte Fischernetze einen bedeutenden Beitrag zu diesem Problem leisten. Schätzungsweise 640.000 Tonnen Fischernetze verbleiben jährlich im Meer. Diese verlassenen Netze stellen eine der größten Quellen für Polyamid-Abfälle in marinen Umgebungen dar.
Die meisten Fischernetze bestehen aus hochviskosem PA6, das zu PA6-Granulaten recycelt werden kann. Diese recycelten Granulate können anschließend mit Verstärkungsstoffen und leistungssteigernden Additiven compoundiert werden, um die Anforderungen verschiedener Anwendungen zu erfüllen.
Das Recycling von Fischernetzen erscheint auf den ersten Blick unkompliziert, ist jedoch ein komplexer Prozess. Die Sammlung und Verarbeitung der Netze stellt logistische Herausforderungen dar, da sie farblich variieren und an verschiedenen Standorten entsorgt werden. Fischereiausrüstung ist häufig stark kontaminiert und das Material kann durch langanhaltende Exposition degradiert sein.Kontakt mit Meerwasser und Sonnenlicht. Daher erfordert das Recycling einen mehrstufigen Prozess, der Qualitätskontrolle, Sortierung, Reinigung, Zerkleinerung und Extrusion umfasst, bevor das Material in Compounds eingesetzt werden kann.
Plastikabfälle in einen wertvollen Rohstoff verwandeln
Die erfolgreiche Bewältigung dieser Herausforderungen stellt einen bedeutenden Erfolg des Recyclingprogramms von Envalior dar. In Indien werden jährlich rund 2.000 Tonnen Fischernetze von einem Zulieferer gesammelt, wobei die Beschaffungsaktivitäten die Küstenregionen des Landes abdecken. Gleichzeitig wurden durch das Programm 300 Arbeitsplätze entlang der lokalen Wertschöpfungskette geschaffen.
Ausgediente Fischernetze werden durch gezielte Sammelaktionen in eine Kreislaufwirtschaft überführt. Durch das Sammeln dieser Netze schafft Envalior einen Anreiz für Beschäftigte im Fischereisektor, gebrauchte Netze nicht im Wasser zu entsorgen, was zu saubereren Ozeanen und Küsten führt. Das Recyclingprogramm unterstützt zudem eine langfristige Beschäftigung in der Region, da hierfür eine verlässliche Rohstoffversorgung erforderlich ist. In diesem Prozess entsteht Akulon® RePurposed (umbenannt in Durethan® P25-95R2), ein Compound, das zu 25–95 Prozent aus recyceltem PA6 besteht und ein Eigenschaftsprofil aufweist, das dem von Neuware sehr nahekommt. Das recycelte Polymer wird weltweit von Kunden in Anwendungen wie Automobilbau, Konsumgütern, Elektronik, Sportausrüstung und Möbeln eingesetzt.
Die zu 30 Prozent glasfaserverstärkte Variante, Akulon RePurposed RE30, bietet ausgezeichnete mechanische Eigenschaften und hohe Beständigkeit und eignet sich daher für anspruchsvolle Anwendungen in Sportausrüstung, Möbeln und industriellen Bauteilen. Neben der funktionalen Performance weist diese Grade von Akulon® RePurposed eine deutlich geringere Umweltbelastung auf, mit einem Produkt-CO₂-Fußabdruckeinen Fußabdruck, der mehr als 60 Prozent geringer ist als der von vergleichbaren, auf Primärrohstoffen basierenden Materialien.*
Diese Maßnahmen veranschaulichen, wie das Recycling auch auf komplexe Abfallströme, wie ausrangierte Fischernetze, angewendet werden kann. Auf diese Weise trägt Envalior dazu bei, die Meeresverschmutzung zu reduzieren, sekundäre Rohstoffe zu sichern und nachhaltigere sowie widerstandsfähigere Wertschöpfungsketten zu unterstützen – und schafft dabei lokale Arbeitsplätze mit globaler Bedeutung.
(*) Der Vergleich bezieht sich auf die Cradle-to-Gate-Kohlenstoffbilanz von Akulon® RePurposed RE30 und neu hergestelltem Polyamid 6 (PA6) für den europäischen Markt. Die Schlussfolgerungen können sich nach dem Veröffentlichungsdatum ändern. Für aktuelle Informationen wenden Sie sich bitte an Envalior.